Workshopzeit!

Workshops werden immer wieder gern besucht. Und genau immer dann, wenn 100%-ig geworkshopt wird.

Diesmal gab es wunderbare Workshop-Angebote: „Klimawandel und Feinstaubdebatte, selbst erfasste Umweltdatenals Beitrag zur politischen Bildung“ mit Thomas Bartoschek; „Sehe, was das ist: Die Fotografie als Werkzeug für die Wahrnehmung“ mit Laura Padgett; „Digitale Realität“ mit Michael Grunewald und „Mobiles Lernen im Englisch-Unterricht“ mit Dieter Umlauf…

DieterEgal wo und was gearbeitet wurde, es war die Zeit wert. Tolle Ideen, zielgruppenadäquate Arbeitsaufträge und Materialien waren die richtige Mischung für die erzielten Ergebnisse.

Wir danken allen, die zum Gelingen dieses Tages beigetragen haben.

Ich und meine Daten…

NocunTag zwei der Medientagung, der Mittwoch, begann mit einem Impulsvortrag von Katharina Nocun aus Berlin: „Die Daten, die ich rief“ … wir alle, so Nocun, legen Datenspuren und das täglich. Millionen von Menschen kaufen bei Amazon ein, sammeln Punkte mit der DeutschlandCard und sind bei Facebook & Co. unterwegs, nutzen Fitnesstracker und und und. Dass diese Dienste allerhand Daten über uns speichern ist zwar kein Geheimnis, doch so lange Überwachung unsichtbar ist, stören wir uns nicht daran. Wir wissen längst, wenn ein Produkt nichts kostet, bist Du das Produkt. Doch halt. Die Datensammler greifen auch im Bezahlbereich ungehemmt zu. Wie viel wissen die Dienste über uns, was wird wann getrackt. Wer seinen eigenen Datenschatten kennen lernen will, muss selbst aktiv werden. Die Referentin legte ihr eigenes Datennutzungsverhalten offen und präsentierte die im Rahmen ihrer Recherchearbeit gesammelten Anfragen verschiedenster Anbieter, wie Amazon, Facebook, Instagram, Edeka, Netflix und Co.

Datengetriebene Versicherungsmodelle locken mit preisgünstigen Angeboten für Zahnbürsten Fitness-Uhren oder kleiner im Automobil verbauter Boxen, den den Fahrstil an den Versicherer melden.

Interessant schein auch der gelegentlich Blick in die AGBs… ein Experiment von PC Pitstop zeigt dies.

In ihrem Buch „Die Daten, die ich rief„, zitiert die Autorin treffend Edward Snowden:

>> Das Argument, dass ihnen das Recht auf Privatsphäre egal sei, weil sie nichts zu verbergen hätten, ist nichts anderes als zu behaupten, ihnen sei das Recht auf freie Meinungsäußerung egal, weil sie nichts zu sagen hätten. Eine freie Presse nützt nicht nur denen, die sie lesen.<<

Dieser Vortrag zeigt, warum es sich lohnt zu fragen: Was speichert ihr über mich?

Die Moderation des Vortrages übernahm Michael Grunewald (ZGV Mainz) und bot im Anschluss einen eigenen Beitrag mit dem Thema „Datenschutz – Ein Balanceakt digitaler Souveränität“. Das pdf-Dokument stellt Michael Grunewald dankenswerter Weise zur Verfügung.

 

Diversitätssensibler Einsatz digitaler Medienund Medienbildung als politische Bildung

Wiesbaden-Naurod, Wilhelm-Kempf-Haus, 19:00 Uhr, Medientagung. Der Mittwochabend begann mit einem spannenden und kurzweiligen Vortrag von Dr. David Kergel. „Diversitätssensibler Einsatz digitaler Medien in Schule und Ausbildung“ war das Thema.

Bildung und Lernen verändern sich! Müssen sich verändern.

Aber was ist der Kern von Heterogenität und Diversität? Was leben uns die Konzerne im Rahmen von Werbeimpulsen vor? Was verstehen wir im Alltag unter diesem Begriff? Wie gehen wir als Bürger mit Vielfalt um? Mit der zunehmenden kulturellen Diversität in unserer Gesellschaft sowie dem anhaltenden medialen Wandel verändern sich auch Anforderungen, die an die Gestaltung von Unterricht gestellt werden.

medientagung_d_kergelZunächst mussten die Begriffe Heterogenität und Diversität genauer beleuchtet und aufgedröselt werden. Wie grenzt sich Heterogenität von Diversity Management und machtkritischer Diversitätssensibilität ab? Frisch und frei untermauert Kergel die theoretisch aufgezeigten Ansätze mit eigenen Erfahrungen aus Kindheit, Schule und Lebensweg. Dabei stellte er immer wieder Parallelen zu jungen Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern aus unterschiedlichen kulturellen Kontexten her. Wie wird in der heutigen Zeit on- und offline gelebt. Es ging diskursiv um Mediennutzung, um Markenbewusstsein, um Rollenklischees, um Verkaufsstrategien, um Sozioanalyse, um aktuelle Forschungsergebnisse, um Identitäten, um Verkaufsstrategien, um geschlechtsspezifische Entwicklungen und vieles mehr, quasi ein Denkfeuerwerk der Extraklasse.

Und letztlich ging es immer wieder um digitale Medien und wie sich diese für ein diversitätssensibles Unterrichten und Lernen einsetzen lassen.

Mit Bezug auf diese Fragen und vor dem Hintergrund einer bildungsorientierten Medienpädagogik wurden theoretisch fundierte anwendungsorientierte Strategien für eine diversitätssensible Medienpädagogik im digitalen Zeitalter vorgestellt, hinterfragt und offen  kritisch diskutiert.

Vielen Dank an Dr. David Kergel

Medientagung – der Freitag

WalkshopDer Freitag startete mit einem Beitrag von Konstantinos-Antonios Goutos aus Marburg. „Filmisch sehen – Anders sehen“ – Konzept eines (video)Flanieren Walkshops… Nach einem kurzen Input zu seiner Intention des Videoflanierens ging es direkt an die Arbeit. Es wurde gefilmt, was die Umgebung bot 🙂 … Fime von Konstantinos-Antonios Goutos kann man hier schauen… natürlich bietet das Netz weitere Inhalte des Künstlers…

An dieser Stelle ein paar Impressionen aus den Workshops der Tagung:

Medientagung – der Donnerstag

Olaf Axel Burow hielt das Impulsrefereat am Donnerstagmorgen. Seine erste Folie griff den Begriff VUCA-World auf, VUCA, ein Akronym, welches für für die englischen Begriffe Volatility, Uncertainty, Complexity und Ambiguity steht. Alle vier Begriffe gelten nicht nur für Unternehmensführungen gelten, sondern lassen sich auch bestens auf den Bildungsbereich übertragen. Und so schaffte er es problemlos auf sein eigentliches Thema „Die Zukunft der Bildung – Sieben Trends, die die Schule revolutionieren wedren“ überzuleiten. Nur wenn wir aktiv Visionen für das Lernen und die Schule der Zukunft entwickeln, werden wir die Digitale Dividende ernten können.

Burow_Mix

Informelles Lernen (mobil, zeit- und ortsunabhängig) wird, da ist er sich sicher, zunehmend eine höheren Stellenwert haben. Abrundend mit einem Zitat von Steve Jobs, der kurz vor seinem Tod feststellte: „The next big thing is education“, zeigte er die sieben Trends auf.

  • Trend 1 – Digitalisierung
  • Trend 2 – Personalisierung und neue Lehrerrolle
  • Trend 3 – Vernetzung
  • Trend 4 – Veränderung des Lehr- und Lernraums
  • Trend 5 – Gesundheitsorientierung
  • Trend 6 – Demokratisierung
  • Trend 7 – Glücksorientierung

Der Vortrag wird den Teilnehmern*innen zeitnah zur Verfügung gestellt. Für alle, die nicht warten können, finden hier die Inhalte in Textform.

Der Nachmittag war bestens angereichert mit verschiedenen Workshopangeboten.

  • Einblicke in die Funktionsweise von Algorithmen und deren Programmierung – Tobias Krafft, Algorithm Accountability Lab TU Kaiserslautern
  • Story Telling / Brickfilm, bewegte Bilder mit iPads im Unterricht, Holger Höhl
  • Big Data und Datenschutz – Björn Friedrich, SIN – Studio im Netz e.V. München
  • Digitale Tools für Ausbildung und Unterrichts-Apps – Sfeffen Lenz, Schönstadt
  • Big Data und Datenschutz – Björn Friedrich, SIN – Studio im Netz e.V. München
  • Big Data – Short Anwer – Algorithmen leicht erklärt – 101 – Jörn E. von Specht STS GHRF Kassel
  • Challenge Based Learning – Herausforderungen als Methode der Aus- und Weiterbildung – praktische Erprobung und Reflexion – Merten Giesen – Leiter Medienzentrum Frankfurt
  • Big Data und (Selbst)Datenschutz – Kai Liesendahl -STS BS

An dieser Stelle finden Sie die von Björn Friedrich bereitgestellte Linkliste zum o.g. Workshop. Vielen Dank dafür.

Weitere Links:

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es ist endlich wieder Medientagung!

Trocholepcy_Medientagung_Mefobian_2018

Joachim Eisenträger eröffnet die Runde am Mittwochabend in der Landessportschule an der Otto-Flecke-Schneise. Ab genau dieser Minute wurde es anspruchsvoll, nahezu philosophisch…

… Prof. Dr. Trocholepczy übernahm prompt und stieg in sein Thema „Ontologie und Technik – Einladung zu einem Hausbesuch“ ein … hier ist mit Hausbesuch im Kern eine Einladung in sein, sich stetig veränderndes Denkgebäude gedacht. Der Vortrag knüpft direkt an den letzten Vortrag am 1. Februar diesen Jahres an…

…mit der These: „Digitalität ist die gegenwärtig höchste Form von Technik“ eröffnete er die Agenda für seinen Vortrag: 1. Anknüpfung – 2. Ontologie – 3. Technik als Gestell und 4. Didaktik

Zielgruppe sind immer die Kinder und Jugendlichen, nicht die „Alten“, denn die junge Generation wird die sein, die selbstständig mit der Technik umzugehen wissen muss, so dass die Technik sie voll beherrscht.

Wir wohnen quasi im Netz und sind so Netzhabitanten, wohnen im Netzhabitat, wir sind im Netz der LA, in privater Netze, in beruflichen Netzen… und somit liefern wir uns dem Netz aus, bei jeder Eingabe arbeiten Routinen und Filter für oder gegen, vielleicht auch mit uns.

Im Folgenden ging Prof. Trocholepczy noch einmal auf die „gottgleichen“ Eigenschaften von Daten ein: Replikation, Skalierbarkeit, Speicherungsfähigkeit und Persistenz. Diese vier Eigenschaften machen den „Charme“ der Daten aus, es vergeht nichts, im Gegensatz zur natürlichen Sterblichkeit

Was ist der Mensch? Das eigentlich bestimmende ist das Leben, das in der Zeit sein, zwischen der Geburt und dem Tod. Und der Mensch wird durch Raum und Zeit radikal herausgenommen, denn die Daten sind zeit- und ortsunabhängig, können quasi über den Tod hinaus existieren. Die Ideen gehen inzwischen in die Richtung, die heutigen „Denken“ inklusive der „Kreativität“ möglichst schnell im Netz abzubilden, um sie den Nachwelt zugänglich zu machen…

Im zweiten Teil wurde der Versuch unternommen den Begriff Ontologie näher zu fassen. Hier nahm er das Bild aus dem Jahr 1961, Juri Gagarin blickte über 108 Minuten aus dem All auf die Erde… dieses Bild umreist den Begriff Ontologie, in seinem Verständnis, sehr schön: etwas aus dem größtmöglichen Abstand zu sehen… (in philosophischer Sicht) … im Gegensatz zu Pädagogen vielleicht sogar, die ja möglichst nah und nicht möglichst fern an den Kindern sind…

Ausgehend von Heideckers Definition „Gestell“- „Wir nennen jetzt jenen herausfordernden Anspruch, der den Mensch dahin versammelt, das Sichentbergende als Bestand zu bestellen“ arbeitete Prof. Trocholepczy die Wahrheit über die Technik heraus: nicht wir nutzen die Technik, sondern die Technik uns, nicht wir nutzen Facebook sondern Facebook uns. Das heißt keinesfalls, den Anspruch zu erheben, sich von der Technik zu entfernen, sondern sich vielmehr der Technik kundig zu machen um sie besser zu machen…, … Wie sieht das Gestell (hier = Technik) nun aus?

  1. sie umstellt den Menschen
  2. sie stellt den Menschen fest
  3. sie verstellt ihm die Sicht

Bleibt die Frage nach Lösungsansätzen. Als Beispiel mit pädagogischem Fingerzeig ging Prof. Trocholepczy auf die 10 Gebote der Theologin Johanna Haberer aus ihrem Buch „Digitale Theologie“ ein und stellte Verknüpfungen zur Thematik „Digital Citizenship“ her. Wie muss der mündige digitale Bürger die gesellschaftlichen Herausforderungen auch in Bezug auf Digitalität agieren. Hier steckt, trotz interessanter Ansätze, zu viel Ethik zu viel erhobener Zeigefinger drin. Schon besser gefallen ihm da die Ideen von Hartmut Rosa, der den Begriff Resonanz ins Spiel bringt.

Was ein anspruchsvoller und toller Vortrag.

Vielen Dank dafür….

Info zur Medientagung am Mittwoch!

Liebe Teilnehmer*innen der Fortbildung „Medieneinsatz (neu) denken – Bildung 2030,

für den Workshop am Donnerstag: „Einblicke in die Funktionsweise von Algorithmen und deren Programmierung“ mit Tobias Krafft, Algorithm Accountability Lab TU Kaiserslautern, stellen wir Ihnen vorab folgendes Material der Bayrischen Landeszentrale für neue Medien als Download zur Verfügung (Klick ins Bild)…

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