Medientagung – Wiesbaden Naurod

Digital_Citizenship_Naurod

Impulsvortrag und Workshop „Medieneinsatz (neu) denken. Chancen und Herausforderungen für den Unterricht und Ausbildung im Zeitalter von Digital Citizenship“ – Joachim Eisenträger & Jörn von Specht,

Die angehenden Lehrkräfte und die von ihnen betreuten Kinder und Jugendlichen sollen eine kompetente Teilhabe an der Mediengesellschaft erlangen und dabei insbesondere die Chancen aber auch die Risiken der Medien kennenlernen.

Der Beitrag bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, anknüpfend an den aktuellen Tendenzen des Mediennutzungsverhaltens die zentralen Inhalte der AV Medienerziehung anhand zahlreicher Praxisbeispiele aus dem Unterricht sowie der Arbeit in den Fachmodulen der hessischen Studienseminare kennenzulernen. Dabei ging es nicht um die isolierte Vermittlung von medienpraktischen Werkzeugen, sondern um an Inhalten orientierte aktive Medienarbeit.

Die Ideen und Inhalte des Vortages lassen sich hier genauer betrachten… Klick!

Am Ende des Vortrages wurden verschieden Möglichkeiten aktiver Medienarbeit im Rahmen eines Workshops diskutiert und erprobt. Das Handout hierzu findet sich hier. Ein Dankeschön an David Henkel.

Impulsvortrag am Donnerstag – Ontologie und Technik – Ontologische Sichtweise auf die Medienbildung – Prof. Dr. Trocholepczy, Goethe-Universität Frankfurt

Prof. Dr. Trocholepczy startete seinen kurzweiligen Vortrag mit folgenden Thesen:

  • In welchem epochenspezifischen Grundschema erschließt sich für uns die Wirklichkeit insgesamt?
  • Ontologie, traditionell als Ordnung des Seinsaufgefasst, wird entsprechend als Zeitdiagnostik verstanden.
  • Digitalmedialität ist kein Lehr- und Lern Sujet unter vielen anderen, sondern ist das vorangigste Bildungsthema überhaupt.

Trocholepczy_2018.pngBig Data ist ein Thema unseres generellen Weltzuganges und unserer Konzeption vom Menschen als homo digitalis. Wir leben im Netzhabitat. Was können wir aus der technischen Hinsicht auf die Wirklichkeit lernen? Dass die Technik in ihrer modernsten Aufgipfelung, Digitalität, unsere Gegenwart und absehbare Zukunft bestimmt und bestimmen wird, kann wohl niemand bestreiten. Aber noch denken wir nicht über die zunehmend technische Strukturiertheit unserer Wirklichkeit nach. Werden Daten, als Ressource par exellence, einen „göttlichen Status“ erlangen, oder haben sie diesen bereits? Zeichnen sie sich doch dadurch aus, das sie einen zeit- und ortsübergreifenden Zugriff ermöglichen und zudem folgende vier bizarre Eigenschaften aufweisen:

  • Sie sind replikabel!
  • Sie sind skalierbar!
  • Sie sind detektierbar!
  • Sie sind persistent!

Im Schluss waren sich alle Teilnehmer einig. Es geht in zeitgemäßen Lern-Settings immer darum, die Realität in den Unetrrichtsraum zu holen. Insofern gehören digitale Medien ab sofort zwingend auf den Tisch der Lernenden…

Präsentation und Workshop  – „Bilder die lügen“ – Fakenews auf der Spur – Nina Thoß, Freiburg

Kinder und Jugendliche werden im Internet z.B. durch Video- und Bildposts mit so genannten Fakenews konfrontiert. Unbedacht werden diese geliked oder weitergeteilt. Wie kann Unterricht dazu beitragen, ein Bewusstsein für Fakenews aufzubauen und wie lassen sich Informations- und Urteilskompetenz bei Schülerinnen und Schülern stärken? Es ging um Bots, die im Hintergrund Webaktivitäten bestimmter Nutzergruppen pimpen. Mehr dazu erfährt man in diesem Erklärviedo.

Nina Thoß zeigte in ihrem Vortrag und Workshop hierzu Hintergründe, Beispiele und schülerorientierte Methoden auf. Zum Einsatz kam ein webbasiertes Arbeitsblatt mit verschiedenen Aufgaben zum Thema Fakenews & Co.

Der Donnerstag-Nachmiitag bot die Möglichkeit der Teilnahme an Workshops…

Wilhelm-Kempf-Haus-Wiesbaden-Naurod-kubistischer-Fotostil-von-Specht

Workshop A  – Was ist fotografisches Sehen? –  Laura J. Padgett, Frankfurt

„Der Fotografische Prozess – Sensibilisierung der Beobachtung und ein bewusstes Sehen-lernen“, lautete der Titel des Workshops von  Laura J. Padgett. Es ging zunächst um die Vertiefung des Fotografischen Sehens: Position, Raum, Schärfentiefe, Komposition / Ausschnitt / Bedeutung des fotografischen Standpunktes (inhaltlich und formal) und des Perspektivwechsels / um das Abstraktionsvermögen zu sensibilisieren und zu schärfen.

Padgett_Naurod_2018So konnten die Teilnehmenden redaktionelle Fähigkeiten entwickeln. Wie beurteilt man eine Fotografie, wie redigiert man aus einer großen Auswahl von Aufnahmen das „richtige“ Bild? Die Kraft des Narrativen und der Sequenz: Was passiert, wenn man zwei oder mehrere Fotografien nebeneinander anschaut? Wie stellt man unterschiedliche Aufnahme sinnvoll zusammen? … waren weiterhin die zentralen Fragen, die im Workshop diskutiert wurden.

von-Specht_Fibonacci

Workshop B  – Virtual Reality im Bildungskontext Tobias Albers-Heinemann, Bad Kreuznach

VR_Naurod_2018Virtual Reality und 360 Grad Medien bieten eine Vielzahl neuer Möglichkeiten im Bildungskontext. Tobias Albers-Heinemann ging in seinem  Workshop auf die Grundlagen von Virtual Reality und 360 Grad Medien ein, thematisierte die Erstellung von eignen Inhalten und zeigte Möglichkeiten des didaktischen Einsatzes auf.

Vortrag am Freitag Jugendmedienschutz – Die neuen Prüfstellen für Schund- und SchmutzmedienMichael Grunewald, Mainz

In unserem von Medien durchdrungenen Alltag ist der Schutz von Kindern und Jugendlichen ein besonders schwieriges Anliegen. Bereits in der Weimarer Republik wurde die erste staatliche Stelle geschaffen, die Kinder und Jugendliche vor „Schund- und Schmutzschriften“ schützen sollte. Seitdem hat sich die Medienlandschaft wesentlich verändert. Radio, Fernsehen und mit dem Einzug digitaler Technologien auch das Internet stellt die bundesdeutsche Gesellschaft vor Herausforderungen, denen sie nicht gewachsen scheint. Ein Blick auf die gegenwärtigen staatlichen Bemühungen, die entgrenzte Medienlandschaft mit Regularien zu „entschärfen“, ist hilfreich, um die Zukunft des Jugendmedienschutzes einordnen zu können.

Die Vortragsfolien stellen wir an dieser Stelle zeitnach ein…. dauert aber 🙂

Tanja Eickmeier 2018Vortrag am Freitag Europäisches Fotozentrum Viernheim und die Galeria Paedagogica Heppenheim – Tanja Eickmeier

Das Europäische Fotozentrum und die Galeria Paedagogica wollen mit ihren Ausstellungen zur bildkulturellen Auseinandersetzung und zur Lesbarkeit fotografischer Bilder beitragen. Sie sind Plattformen unterschiedlicher Seh-, Sicht- und Deutungsweisen gegenwärtiger Fotografie. Die angestrebte Kommunikation zwischen Bildern und Betrachtern, Betrachtern und Fotografen, Betrachtern und Betrachtern soll Meinungen, Übereinstimmungen und Differenzen deutlich werden lassen. Der bildliche Diskurs dient der Reflexion von Wahrnehmungsweisen, des bildlichen Urteils und der kulturell-bildlichen Orientierung. Tanja Eickmeier stellte das Projekt (Räumlichkeiten, Mitwirkende, Sponsoren, Einrichtung, Ausstattung, uvm.) gut bebildert und äußerst interessant vor. Hier ihre Präsentation zum Vortrag…

Naurod_Mix

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